Die drei Plagen des Alltags

Montag – aus dem Lehrbuch (das es nicht gibt)

Montag. Angeblich der Tag, für den es Lehrbücher geben soll – nur leider hat die Realität vergessen, eins zu schreiben. Stattdessen stapel ich Umzugskartons wie andere Leute Lego-Steine und frage mich, wie ein einzelner Mensch so viele Dinge besitzen kann. Jeder Karton trägt eine mysteriöse Aufschrift wie „Wichtig“, „Vielleicht wichtig“ oder „Warum habe ich das überhaupt aufgehoben?“. Ausweisen ohne Ende, Versicherungen, Verträge und irgendwo dazwischen die Suche nach dem Ladekabel, das vor fünf Minuten noch da war. Ich bin beruhigt. Zumindest bis zum nächsten Karton.

Dienstag – der Montag im Tarnanzug

Aber hey, ich war fleißig. Alles erledigt, alles abgehakt, Leute! Und was passiert? Zack – wir haben Dienstag. Das ist doch zum Verrücktwerden. Montag war schon Chaos genug, und jetzt kommt Dienstag daher wie der kleine Bruder, der unbedingt auch nerven will. Du denkst: „Wow, ich habe alles geschafft!“ Und das Leben antwortet: „Haha, süß. Hier sind noch drei neue To-dos.“ Mein Chihuahua gähnt nur und denkt: „Frauchen, chill. Ich zerlege dir zur Not die Wohnung, dann hast du wieder was zu tun.“

Mittwoch – die stille Plage

Mittwoch tut so, als wäre er harmlos. Mitte der Woche, alles im Gleichgewicht. Aber in Wahrheit ist er die heimliche Plage: zu weit weg vom Wochenende, zu nah am Montag und voller kleiner Überraschungen. Mittwoch ist wie der Kollege, der immer sagt: „Ich habe da mal eine Frage ...“ und du weißt, es wird keine kurze. Zusätzlich findet Mittwoch grundsätzlich Dinge wieder, die seit drei Jahren verschwunden waren. Einen einzelnen Handschuh. Drei alte Fernbedienungen. Eine Bedienungsanleitung für ein Gerät, das längst nicht mehr existiert.Aber den Wohnungsschlüssel? Den natürlich nicht.

Donnerstag – die große Selbsttäuschung

Donnerstag ist gefährlich. Donnerstag flüstert dir ins Ohr: „Fast geschafft.“ Und genau in diesem Moment passiert irgendetwas. Der Kartonboden reißt. Der Termin wird verschoben. Der Drucker beschließt, seine persönliche Midlife-Crisis auszuleben. Du bist nur noch einen Wimpernschlag vom Wochenende entfernt und plötzlich diskutierst du mit einem Paketdienst-Bot darüber, ob du wirklich existierst.

Freitag – der Endgegner

Freitag sollte eigentlich schön sein. Ist er aber nicht. Freitag ist der Tag, an dem alle Menschen gleichzeitig feststellen, dass sie diese Woche noch etwas erledigen wollten. Das Telefon klingelt. E-Mails flattern rein. Irgendwer braucht dringend etwas von dir, was seit Dienstag bekannt war. Und während die Welt kollektiv in Feierabendstimmung verfällt, sitzt du zwischen halb gepackten Umzugskartons und fragst dich, warum dreißig Prozent deines Besitzes offenbar aus Kabeln bestehen. Niemand weiß, wo sie herkommen. Niemand weiß, wofür sie sind. Aber wegwerfen? Auf gar keinen Fall. Man könnte sie irgendwann brauchen. Und genau so beginnt die nächste Plage des Alltags.

Fortsetzung folgt ... wahrscheinlich in einem Karton mit der Aufschrift „Sonstiges“. 😄